Italien
Italien zählt zu den ältesten Weinbau-Ländern der Erde, die Anfänge reichen zumindest bis vor 1.000 v. Chr. zurück. Zu dieser Zeit tauchten in Mittelitalien die Etrusker auf, die Teil-Gebiete der heutigen Regionen Abruzzen, Latium, Toskana und Umbrien besiedelten. Der Ursprung der italienischen Weinkultur liegt vor allem in der griechischen Kolonisation, mit der im 10. Jahrhundert v. Chr. beginnend auf der Insel Sizilien und den heutigen Regionen Kampanien und Kalabrien griechische Weinbaukultur auf die Halbinsel gebracht wurde. Die Griechen brachten viele ihrer Rebsorten mit gaben dem für Weinbau geradezu idealen Land den Namen Oinotria. Ebenso übten zu dieser Zeit die später zum großen Feind gewordenen Phöniker (Punier), die auf Sizilien und im Mittelmeer Stützpunkte errichteten, einen Einfluss aus. Ab dem 6. Jahrhundert v. Chr. begann ein reger Handel mit den Kelten in Gallien (Frankreich), die beträchtliche Weinmengen aus Ober- und Mittelitalien importierten. Von all diesen Völkern lernten die Römer auch und führten die Weinbereitung zur hohen Kunst. Im 3. Jahrhundert v. Chr. war die Weinrebe auf dem gesamten Stiefel verbreitet. Im 1. Jahrhundert v. Chr. erreichte die Weinkultur einen Höhepunkt. Die Stadt Pompeji war bis zu ihrer Zerstörung durch den Vesuv-Ausbruch 79 v. Chr. das Weinhandels-Zentrum und Wein-Hauptlieferant für die Hauptstadt Rom. Die berühmtesten antiken Weine zu dieser Zeit waren Caecuber, Falerner und Surrentinum. Die Römer legten in den neu gewonnenen Provinzen in den heutigen Ländern Frankreich, Spanien, Portugal, Deutschland und England Weinberge an. Wein wurde zum Import- und Exportartikel und die Römer stellten dafür auch bereits Holzfässer her, wobei sie dies von den Kelten gelernt hatten.
Mit einer Rebfläche von 908.000 Hektar und rund 52 Millionen Hektoliter produziertem Wein per anno (Status 2000) liegt Italien mit den Ländern Frankreich und Spanien im absoluten Spitzenfeld. Wein wird vom Norden (Trentino-Südtirol) bis in den tiefsten Süden (Sizilien) und auf den Inseln im Mittelmeer angebaut. Derzeit sind weit über 300 DOC und DOCG-Zonen mit knapp 1.000 Weintypen anerkannt, die aber nur rund 20% der Gesamt-Produktion erbringen. Es gibt rund zwei Millionen Erzeuger, 340.000 Keller und 45.000 Weinabfüller. Mehr als die Hälfte der landwirtschaftlichen Betriebe besitzen auch Rebflächen (rund 80% unter 5 ha und nur 1% mehr als 50 ha). In Summe kann man Italien als das vielfältigste Weinland der Welt bezeichnen. Der Boden ist von großer Vielfalt geprägt, doch das Klima hat gemeinsame Einflussgrößen. Die Alpen schirmen gegen kalte Nordwinde ab, die Apenninen bilden vom Piemont bis Sizilien eine Wetterscheide. Das Mittelmeer östlich und das Tyrrhenische Meer westlich sowie die zahlreichen Flüsse und Seen wirken sich bestimmend aus. Die besten Regionen haben im Durchschnitt Temperaturen zwischen 12 und 16 °C, ausreichende Schnee- und Regenfälle im Winter und warme bis heiße Sommer mit Sonnenschein bis spät in den Herbst. Die Weingärten sind von Meereshöhe bis zu 1.000 Metern hoch angelegt. Die 20 Weinbau-Regionen stimmen (im Gegensatz zu Frankreich) mit den politischen Regions-Grenzen überein


